Handelsblatt „Brüssel setzt auf den Prodi-Faktor”

12/04/2006

„Vor allem wirtschaftspolitisch könne dies für die EU ein großer Gewinn sein, glaubt Paul Hofheinz, Chef des Brüsseler Think Tanks Lisbon Council. Italien gilt als der „kranke Mann“ Europas. Seit nunmehr zehn Jahren hinkt die Wirtschaft des viertgrößten EU-Landes den Wachstumsraten der Gemeinschaft hinterher, die Staatsverschuldung liegt um knapp 50 Prozentpunkte über der Grenze des Stabilitätspakts.

„Berlusconi war ein Desaster für Italien“, urteilt Hofheinz, mit Prodi übernehme nun ein Modernisierer das Ruder. Im Wahlkampf hatte der ehemalige EU-Kommissionspräsident versprochen, Italiens Wachstum anzukurbeln. Hofheinz glaubt, dass ihm die nötigen Reformen trotz der knappen Mehrheit seines Mitte-links-Bündnisses gelingen könnten. Prodi habe während seiner ersten Amtszeit als italienischer Ministerpräsident bis 1998 das Land reif für den Euro gemacht, was damals niemand für möglich gehalten habe. Als ehemaliger Kommissionspräsident habe er zudem große politische Erfahrung. „Ein guter Regierungschef kann auch mit einer knappen Mehrheit viel erreichen“, ist Hofheinz überzeugt.“

handelsblatt120406.pdf

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